Ratgeber · Rehabilitation
Pflege nach Schlaganfall zuhause: Was Angehörige wissen müssen 2026
Jährlich erleiden in Österreich rund 20.000 Menschen einen Schlaganfall. Viele kehren nach der Reha nach Hause zurück — mit erheblichem Pflegebedarf. Dieser Ratgeber erklärt, welche Folgen häufig sind, wie die Pflegephasen aussehen und wie Sie die richtige Unterstützung organisieren.
Veröffentlicht: Jänner 2026 · Aktualisiert: Mai 2026
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Häufige Folgen eines Schlaganfalls
Die Auswirkungen eines Schlaganfalls hängen davon ab, welcher Teil des Gehirns betroffen ist. Diese Folgen sind besonders häufig und pflegerelevant:
Halbseitenlähmung (Hemiparese)
Lähmung oder Schwäche einer Körperhälfte. Erfordert Unterstützung bei Mobilisation, Transfer und Alltagsaktivitäten.
Aphasie (Sprachstörung)
Schwierigkeiten beim Sprechen, Verstehen oder Schreiben. Braucht geduldige Kommunikation und ggf. Logopädie.
Schluckstörung (Dysphagie)
Schlucken ist eingeschränkt — Aspirationsgefahr. Spezielle Kostform und Überwachung bei Mahlzeiten nötig.
Kognitive Einschränkungen
Gedächtnis, Konzentration und Orientierung können beeinträchtigt sein. Strukturierter Tagesablauf ist wichtig.
Depression
Häufige Folgeerkrankung (ca. 30–40 % der Betroffenen). Frühzeitige psychologische Unterstützung ist wichtig.
Inkontinenz
Harn- oder Stuhlinkontinenz tritt häufig auf, bessert sich oft mit der Zeit und Therapie.
Pflegephasen nach Schlaganfall
Akutphase (Krankenhaus, 1–3 Wochen)
Intensivmedizinische Versorgung und erste Stabilisierung. Angehörige können Besuch machen und erste Reha-Ziele mit dem Team besprechen.
Rehabilitationsphase (Reha-Klinik, 4–12 Wochen)
Physio-, Ergo- und Logotherapie. Ziel: maximale Wiederherstellung der Funktionen. Entlassungsplanung beginnt hier.
Langzeitpflege zuhause
Nach der Entlassung: individuell angepasste Pflege und weiterführende Therapien (ambulante Physio/Ergo). Pflegebedarf oft Stufe 3–6.
Hilfsmittel nach Schlaganfall
- · Rollstuhl (aktiv oder Elektrorollstuhl) oder Rollator
- · Badewannenlift / bodengleiche Dusche
- · Haltegriffe im Bad und WC
- · Pflegebett mit Aufrichter
- · Kommunikationstafeln oder Apps bei Aphasie
- · Schluck-Verdicker für Getränke bei Dysphagie
Die meisten Hilfsmittel werden von der Krankenkasse oder über das Pflegegeld mitfinanziert. Lesen Sie auch: Pflegebedarf einschätzen.
Häufige Fragen
Was ändert sich nach einem Schlaganfall?▾
Nach einem Schlaganfall können folgende Einschränkungen auftreten: Halbseitenlähmung (Hemiparese), Sprachstörungen (Aphasie), Schluckstörungen (Dysphagie), kognitive Einschränkungen, Stimmungsveränderungen (Depression häufig), Inkontinenz und Einschränkungen der Feinmotorik. Die genauen Auswirkungen hängen von der Lage und Größe des betroffenen Hirnareals ab.
Welche Pflegekraft eignet sich nach einem Schlaganfall?▾
Nach einem Schlaganfall ist eine Pflegekraft ideal, die: Erfahrung mit neurologischen Erkrankungen hat, Grundkenntnisse in der Mobilisation (Lagerung, Transfer) mitbringt, mit Aphasie umgehen kann, Geduld für die oft langsame Rehabilitation aufbringt und idealerweise eine Ausbildung zur Pflegeassistenz oder als DGKP hat.
Welche Hilfsmittel braucht man nach einem Schlaganfall?▾
Häufig benötigte Hilfsmittel: Rollstuhl oder Rollator, Badewannenlift oder begehbare Dusche, Toilettensitzerhöhung, Haltegriffe im Bad, Pflegebett, Anti-Dekubitus-Matratze, Schlucktraining-Hilfsmittel, Kommunikationshilfen bei Aphasie. Viele werden von der Krankenkasse oder dem Pflegegeld mitfinanziert.
Kommt man nach einem Schlaganfall wieder nach Hause?▾
In vielen Fällen ja — mit entsprechender Unterstützung. Nach der Akutphase und Rehabilitation kann eine Rückkehr nach Hause möglich sein, wenn: die Wohnung angepasst wird, professionelle Pflege organisiert ist, und Angehörige eingebunden sind. Die Entscheidung sollte gemeinsam mit dem Reha-Team getroffen werden.
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